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19. November 2021

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Auch ein alter Fuchs lässt sich überraschen

Zum runden Geburtstag seines treuesten Sängers, Paul Boegli, liess es sich der Männerchor nicht nehmen, im Geheimen ein Ständchen vorzubereiten und zu gegebener Stunde vor dem Balkon des Jubilars zum Besten zu geben. Die Überraschung ist gelungen!

Unser treuester Sänger, Paul Boegli, feierte diesen September seinen 90. Geburtstag. Da war es natürlich Ehrensache, ihm ein Ständchen zu singen! Die grosse Schwierigkeit bestand darin, unser Vorhaben geheim zu halten. Paul durfte auf keinen Fall Wind davon kriegen. Schaffen wir es, einem alten Fuchs etwas vorzumachen? Alle Vorbereitungen liefen diskret im Hintergrund. An den Proben gab sich der Chor so scheinheilig, wie es nur ging. Niemand sprach in Anwesenheit Pauls über seinen bevorstehenden Geburtstag. Jeder tat so, als wüsste er von nichts.

Am 29. September um 18.30 Uhr war es dann soweit! Um die Überraschung bis zuletzt geheimzuhalten, versammelten wir uns beim Spritzenhaus Kindhausen. Vereint marschierten wir vor Pauls Domizil, positionierten uns in Chorformation und warteten darauf, dass der Geburtstägliche auf den Balkon gelockt wurde. Nichts ahnend erschien er mit seiner Frau Susi. Aus voller Brust sangen wir dem Geburtstagskind einen Hit nach dem anderen. Zwischendurch gratulierte Präsident Martin Koller im Namen des Chors. Als Paul seinen Dank aussprach, überschlug sich seine Stimme, so berührt war er. Die Überraschung ist uns sichtlich gelungen. Dieser Moment bleibt uns in bester Erinnerung.



Wir Kameraden sind beeindruckt von Pauls Treue zum Chorgesang. Gerne würden wir etwas aus den 67 Jahren Männerchor erfahren. Hier ein Auszug aus einem …

Interview mit Paul Boegli

Wie kamst du zum Singen?
Ein Schulkamerad aus der Landwirtschaftlichen Schule nahm mich mit in den Schülerchor.

Was hat sich verändert, seit du mit dem Singen angefangen hast?
Das eine war die Durchmischung der Generationen. Ich trat mit 23 Jahren dem Männerchor Bergdietikon bei. Damals zählte der Verein um die 40 Mitglieder. Etwa 12 davon waren in meinem Alter. Ich will damit sagen, dass das Alter von unter 20-Jährigen bis zu 70-Jährigen reichte. Es war keine Frage, man gehörte einfach dazu. Was mich heute noch beeindruckt, ist, wie viele junge Leute damals dabei waren. Heute besteht der Chor hauptsächlich aus uns «alten Knackern».
Zum andern veränderte das Erscheinen neuer Medien, wie Radio oder Fernsehen, das Leben der Menschen.

Kannst du das genauer erklären?
Als das Radio aufkam, sendete es gerade mal morgens, mittags und abends die Nachrichten. In den Stunden dazwischen war Sendepause. Wer also Musik hören wollte, musste an Konzerte oder Dorffeste gehen. Zu Hause bleiben und Radio hören oder eine Fernsehsendung anschauen war nicht möglich. Die Leute gingen also aus dem Haus. Heute gibt es ein immenses Angebot an Medien. Es ist sehr bequem, zu Hause eine Darbietung am Fernseher oder PC anzuschauen.

Was noch?
Früher sang der Männerchor bei fast jedem Anlass. War ein Regierungsrat zugegen, sangen wir ihm ein Ständchen. Wurde ein neues Feuerwehrauto geliefert und eingeweiht, durfte der Gesang von uns nicht fehlen. Früher war auch vieles unkomplizierter und spontaner. Viele Feste fanden unter freiem Himmel statt. Man brauchte nicht erst ein Zelt oder eine Halle zu organisieren.
Es war selbstverständlich, dass an wichtigen Anlässen gesungen wurde. Das hing unter anderem damit zusammen, dass auch der Chef eines Betriebs dem Chor beiwohnte.

Gibt es auch Dinge, die geblieben sind?
Ja, die Wichtigkeit der Kameradschaft. Das Singen ist nur eine Seite des Vereinslebens. Gute Freunde zu haben, ist die andere. Das eigene Beziehungsnetz erweitert sich mit der Gemeinschaft. Das ist natürlich heute immer noch so. Ich singe heute Lieder, die ich schon vor 30 Jahren gesungen habe.

Was war dein schönstes Erlebnis im Männerchor?
1970 sollte die Chorreise eine Überraschung werden. Andere Jahre war lange im Voraus klar, wohin es ging. Diesmal wusste niemand, wann und wohin der Ausflug gehen sollte. Am Donnerstag nach der Probe verkündete der Präsident: «Kommenden Sonntag ziehen wir los!» So starteten wir mit unseren Frauen am Sonntag, 18. Oktober 1970 zu einer Bahnfahrt Richtung St. Gallen. Die Reise endete auf dem Hohen Kasten. Von dort oben sahen wir bis in die Tiroler Alpen. Es war der letzte sonnige Herbsttag!

Nebst Männerchor engagiertest du dich in der Feuerwehr, Politik und noch einigem mehr. Wie hast du das alles unter einen Hut gebracht?
Na ja, ohne die Unterstützung meiner Frau Susi wäre das alles nicht möglich gewesen. Wer erledigte die Stallarbeiten, wenn ich ausser Haus war? Später packte dann Christian, unser Sohn, mit an. Susi stand nie auf der Bremse bei meinen Vorhaben. Sie räumte mir immer den nötigen Freiraum ein.

Wie nahm Susi am Chorleben teil?
War ein Anlass, half sie immer mit. Gab es eine Vereinsreise, kam sie stets gerne mit. Manchmal sagte sie mir, was ich alles vergessen oder falsch gemacht hatte. Das war gut so.

Singt sie auch in einem Chor?
Nein, das Singen war nie ihr Ding. Sie lauscht lieber dem Chorgesang.

Was vielleicht noch Menschen interessieren könnte, die Hemmungen haben, einem Gesangsverein beizutreten: Spielst du ein Instrument?
Nein.

Kannst du Noten lesen?
Nein. Das heisst, ich sehe, wenn die Melodie aufwärts geht und ich erkenne die Notenlängen. Aber Noten lesen im Sinn von C, D, E usw. kann ich nicht.

Warum sollten junge Menschen einem Chor beitreten?
Im eigenen Dorf hat man die besten Möglichkeiten, das Leben der Gemeinschaft mitzugestalten. Man lernt sich im Verein kennen und schätzen. Wenn sich Nachbarn nicht mehr kennen, macht mich das nachdenklich. Für mich ergibt es keinen Sinn, weiss Gott wohin zu fahren. Es ist doch sehr praktisch, wenn man zu Fuss zur Probe gehen kann. Ausserdem darf man nach dem Singen ohne Bedenken in die Beiz gehen.

Zuletzt noch die Frage: Dürfen wir mit dir zusammen 70 Jahre Chorgesang feiern?
(lacht) Wenn es das Leben gut mit mir meint – keine Frage!

Wir wünschen uns natürlich, dass du noch lange am Vereinsleben teilnehmen kannst. Vielen Dank für das Interview, Paul!


Falls Sie Lust bekommen haben, bei unserem Verein reinzuschauen: Nur keine Hemmungen!

Lukas Bolli



Bericht: Männerchor RFB

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