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29. September 2021

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Soundig Soil – das Orchester der Bodentiere

Im Frühjahr kontaktiere uns unser ehemaliges Vorstandsmitglied Heinz Lienhard mit der Information, dass er in wenigen Wochen ein Gerät von der Stiftung Biovision ausleihen könne, mit dem man in Boden hören könne. Neugierig geworden, informierten wir uns im Internet über das Projekt «Sounding Soil» und waren sofort Feuer und Flamme dafür.

Der Boden ist die belebte oberste Schicht der Erdkruste, die wenige Zentimeter bis Meter dick sein kann. Für die Entstehung von einem Meter Boden vergehen rund 10’000 bis 20’000 Jahre. In unseren Breitengraden wird etwa 0,1 mm neuer Boden pro Jahr gebildet. Die oberste Bodenschicht besteht aus Humus, der durch die Zersetzung und Verwitterung von Pflanzenrückständen entsteht und besonders reich an Nährstoffen ist.

Schlüsselfunktion

Gesunden Böden kommt eine Schlüsselfunktion zu, weil sie unverzichtbare Leistungen erbringen: Sie filtrieren Bodenökosysteme, speichern und regulieren Wasser, bieten Lebensraum für unzählige Bodenorganismen, stellen Nährstoffe für Pflanzen zur Verfügung und sind zudem in der Lage, toxische Stoffe abzubauen und CO2 zu speichern.

Doch eigentlich nehmen wir den Boden unter unseren Füssen nicht wirklich wahr. Der Unterschied zwischen dem Boden im Wald zum Boden auf einem Feld ist augenscheinlich. Aber was passiert unter der oberen Schicht? Wir sehen zwar die Ameisenhügel auf der Wiese oder das eine oder andere Insekt über den Boden krabbeln. Aber was ist mit dem für uns «unsichtbaren Getier» wie Springschwänze, Milben, Hundertfüsser, Fliegenlarven oder Regenwürmer, die unter der Oberfläche leben?

Livekonzert aus dem Boden

Wir sollten es herausfinden. Das Gerät, das wir erhielten, besteht aus einem Aufnahmegerät und einer damit verbundenen Erdsonde, die bis zu einen Meter tief in den Boden lauschen kann. Das Gerät haben wir an verschieden Stellen im Garten einer unserer Präsidentinnen platziert und dort die diversen Aufnahmen gestartet. Neben den vom Projekt gewünschten Aufnahmen gab es auch die Gelegenheit, live mitzuhören, was auch einige unserer Jungmitglieder genutzt haben.

Am ersten Standort am Rand des Grundstücks unter verschiedenen Hecken war es sehr still. Also musste ein anderer Standort gefunden werden. Neben dem Ameisenhaufen war dann doch etwas mehr zu hören, aber eben nur die Ameisen, was ja nicht der Sinn und Zweck unseres Experiments war. Eines der Jungmitglieder machte den Vorschlag, die Sonde in die Wiese neben der Ruderalfläche mit den einheimischen Pflanzen und Blumen zu stecken. Was wir dort zu hören bekamen, machte uns zunächst sprachlos. Es kratzte, schabte und schmatzte. Der eine oder andere Lauscher war sogar der Meinung, (ab-)fliessendes Wasser zu hören. Es ist zwar noch nicht möglich, die Geräusche den einzelnen Tieren zuzuordnen, aber daran wird derzeit auch geforscht.

Als letzter Standort für eine längere Aufnahme wurde die Wiese am Hang, die nur zwei- bis dreimal im Jahr gemäht wird, ausgewählt. Dort fühlen sich bereits u.a. Bergmolche und Blindschleichen wohl, aber auch unter der Grasnabe sind viele Lebewesen aktiv. Die Geräusche waren andere als zuvor, aber nicht minder lebhaft.

Möchten Sie auch einmal in den Boden hören? Beispiele finden Sie auf www.soundingsoil.ch/zuhoeren/ oder auf unserer Webseite www.naturschutzgruppe-bergdietikon.ch.

Quelle: www.soundingsoil.ch/wissen/, Bild: Adobe Stock


Bericht: Naturschutzgruppe Bergdietikon

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