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9. März 2018

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Wollene Tradition: die Bergdietiker Sonntagstracht

Die bestehende Werktagstracht wurde geschätzt für Arbeiten im und ums Haus. Für den Verkauf auf dem Markt war man gut angezogen. Auch für die Arbeit auf dem Feld fühlte man sich in der Leinentracht wohl, und der breite Strohhut schützte das Gesicht vor der brennenden Sonne.

Aber warum nur eine Tracht zum Arbeiten? Der Wunsch für eine feinere Kleidung – wie zum Beispiel für Familienfeste, Anlässe wie Theatervorstellungen oder Vereinsanlässe in- und ausserhalb der Gemeinde, Ausflüge und vieles mehr – wurde immer grösser. Bergdietikon gehört zur Grafschaft Baden, in der auch andere Regionen ihre eigene Tracht für Werktag, Sonntag und sogar Festtag bereits kannten.

Frau Berta Locher-Jost, ehemalige Handarbeitslehrerin in Bergdietikon, und Frau Prof. Dr. Sophie Laur, Gründerin des Aargauischen Trachtenverbands, hatten zusammen die Werktagstracht für Bergdietikon entworfen. So sollte es auch diesmal für die Sonntagstracht geschehen.

Der Verband entscheidet

Nun gab es versierte Frauen mit Störschneiderinnen, die keine Zeit verlieren wollten mit Warten auf die Vorschläge des Aargauischen Trachtenverbands. Ihre Ideen für eine feinere Tracht nahmen sie selbst in die Hand! Die damalige Inhaberin des Ladens der Landwirtschaftlichen Genossenschaft im Bergli kaufte sogar einen Ballen Stoff im Voraus ein und witterte das gute Geschäft. Ohne Erfolg, denn Farbe und Stoff entsprachen schlussendlich nicht den Vorgaben. Darauf kam das böse Erwachen: Das Geld war ausgegeben und das Genähte galt dennoch nicht als Bergdietiker Sonntagstracht. Der offizielle Entwurf hingegen wurde schliesslich vom Aargauischen Trachtenverband als Sonntagstracht für Bergdietikon anerkannt.

Beschrieb laut «Trachten im Aargau» vom Aargauischen Trachtenverband: «Bei der Sonntagstracht von Bergdietikon sind Rock und Mieder aus Wollstoff in der Farbe rot. Das unten gerade geschnittene Mieder wird mit Samt eingefasst. Der Brustlatz mit der bandartigen Stickerei ist aus Rockstoff und oben mit Samt eingefasst. Das schmale Schnürband aus schwarzem Samt wird über je vier bis sechs Filigranhaften eingehängt. Das Göller aus Rockstoff ist mit Samt eingefasst und in den vier Ecken bestickt oder im Sommer in weisses Leinengöller mit Klöppelspitze eingefasst. Eine Filigranbrosche verziert das Göller. Die Seidenschürze ist längsgestreift und im Rücken gebunden. Eine weisse Leinenbluse mit Hohlsaum beim Ausschnitt gehört dazu. In der kühlen Jahreszeit wird die mit Samtband eingefasste Jacke aus Rockstoff getragen.»

Die Haube sparte den Friseur

Der Sonntags-Strohhut war vom gleichen Material wie der Werktags-Strohhut, aber verziert mit farbigen Stoffblumen und einem schwarzen Samt-Bindebändel. Neu erhielten wir zur Sonntagstracht auch eine schwarze Haube mit einem feinen Spitz und Bindebändel. Die Haube wurde sehr geschätzt, gern und viel getragen. Die Haare waren bedeckt und man konnte Geld sparen beim Friseur.

Ganz am Anfang nähten wenige Frauen die Tracht in Schwarz und so entstand eine Trauertracht. An Stelle einer weissen Leinenbluse wurde ein schwarzes «Tschöpli» getragen, das heisst, aus dem gleichen Stoff wie den Rock machte man ein Oberteil mit langen Ärmeln und trug eine schwarze Seidenschürze dazu.

Im Lauf der Zeit veränderte sich die Qualität des Wollstoffs und es gab auch eine grössere Farbauswahl. So konnten nebst den roten auch blaue, grüne oder braune Sonntagstrachten genäht werden.

Kleines Trachtenlatein

Göller: Das Göller ist eine Art Kragen und wird mit einer Brosche vorne zusammengehalten und verziert. Der Begriff stammt wahrscheinlich wie das französische Wort Collier vom lateinischen collare oder collarium (Halsband) ab.
Latz: Der Latz ist ein rechteckiger Stoffeinsatz mit bandartiger Stickerei, über dem das Schnürband an den Haften eingehängt wird.


Lotti Locher

Quelle: Trachten im Aargau, Aargauischer Trachtenverband



Bericht: Trachtengruppe Bergdietikon

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