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vorheriger Bericht zurück zur Liste nächster Bericht10. März 2025

Agape-Mahl in Bergdietikon
Das Liebesmahl gibt es bereits seit der Urchristenheit. Christinnen und Christen unterschiedlicher sozialer Stände und Schichten kamen zusammen und überwanden auf diese Weise soziale Schranken. Auch wer nichts zum Mahl beisteuern konnte, war willkommen. In Bergdietikon feiern wir dieses Mahl am 28. März um 18 Uhr.
«Agape» bedeutet in der griechischen Sprache «die helfende, sich dem Nächsten zuwendende Liebe». Dieses Liebesmahl gibt es bereits seit der Urchristenheit. Es geht wahrscheinlich auf jüdische Traditionen zurück, wurde dann jedoch von den urchristlichen Gemeinden auf die eigenen Bedürfnisse hin angepasst.
Das Agape-Mahl, oft als Sättigungsmahl übersetzt und aufgefasst, diente ursprünglich jedoch nicht nur der physischen Sättigung. Ein gemeinsames Mahl ist stets eine sehr enge Form der Gemeinschaft. In jedem Mahl spielen auch soziale und psychische Komponenten eine wichtige Rolle. Mit seinen engsten Begleitern und Freunden, den Jüngern, hielt Jesus Tischgemeinschaft. Mit seinen Jüngern teilte er das Brot und den Wein. Im Psalm 23 heisst es: «Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.» Dies bedeutet: Gott lädt selbst zum Mahl ein, zur Tischgemeinschaft mit ihm, und dies, obwohl die Teilnehmer der Mahlgemeinschaft sich in einer akuten Gefahrensituation befinden.
Das Agape-Mahl wurde von der Urchristenheit im familiären Rahmen in den sog. «Hauskirchen» gefeiert. In den ersten Jahrhunderten war das Christentum einer Verfolgungssituation durch das römische Weltreich ausgesetzt. Sich als Christ zu bekennen, den Glauben zu verkündigen und sich zum Gottesdienst oder zum Agape-Mahl zu versammeln, war gefährlich. Deshalb boten sich private, sehr diskrete Treffen in privaten Wohnungen an.
Das Agape-Mahl bestand aus dem Verzehr sehr einfacher Lebensmittel, die die Teilnehmer zum Agape-Mahl bzw. Sättigungsmahl mitbrachten. Die Hauptbestandteile waren Brot und Wein. Beim Gemeinschaftsmahl kamen Christinnen und Christen unterschiedlicher sozialer Stände und Schichten zusammen. Soziale Grenzen und Schranken wurden bei diesem Mahl überwunden. Im Agape-Mahl kommt eine diakonische Dimension zum Ausdruck. Denn wer aus individueller Bedürftigkeit nichts zum Mahl beisteuern konnte, durfte trotzdem daran teilnehmen und sich sättigen. Bereits hier zeigt sich der Solidaritätsgedanke, der bis heute das Christentum prägt. Auch wir setzen uns als Christen für den bedürftigen Nächsten ein.
Brot und Wein
Das Agape-Mahl mit der Segnung von Brot und Wein erinnert uns stark an die Einsetzung des Abendmahls durch Jesus Christus. In der Urchristenheit waren Agape-Mahl und Abendmahl auch miteinander verbunden.Im Lauf der Jahrhunderte kam es jedoch zu einer Trennung von Agape-Mahl und Herrenmahl bzw. Abendmahl. Während das Abendmahl immer stärker ritualisiert wurde, verlor das Agape-Mahl an Bedeutung. Neben einer vermehrten Ritualisierung des Abendmahls kam es zeitgleich zu einer immer stärkeren Institutionalisierung der Kirche, insbesondere als sich die Christliche Kirche zur Staatskirche entwickelte. Vielleicht waren auch Spannungen bei den urchristlichen Agape-Feiern (1. Kor. 11) ein entscheidender Grund dafür, dass sich die Agape-Feier und das Herrenmahl bzw. Abendmahl verselbstständigten.
Im Abendmahl gedenken wir Jesu Christi, der sein Leben als Opfer für uns hingegeben hat. Wir erleben im Abendmahl innige Gemeinschaft, die uns für unseren Alltag stärkt.
Pfarrer Marko Goldin
Bericht: Reformierte Kirchgemeinde