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Feuerwehr: Bericht

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11. Juni 2022

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Wir sind Feuer und Flamme!

Der Atemschutz der Feuerwehr Bergdietikon übt im Brandhaus in Eiken. Hier werden Einsätze unter realen Bedingungen geboten. Die drückende Hitze vom Feuer und dem verdampften Löschwasser bringt dabei so manchen an seine Grenzen.

Der Tag bricht an, eine frische Frühlingsbrise weht durch das Dorf Bergdietikon. Die ersten Motoren werden gestartet und die Scheinwerferlichter fahren alle Richtung Depot der Feuerwehr. Eine kleine Gruppe Atemschützer trifft sich vor dem Eingangstor und nimmt den Verkehrssprinter Bergblitz aus dem Depot. Alle Brandschutzkleider und die erforderliche Ersatzwäsche werden eingeladen. Die Fahrt führt nach Eiken im Fricktal ins Brandhaus.

Im Übungsdorf werfen sich alle in die Einsatzkleider, erhalten ein Atemschutzgerät und einen Poncho. In einem Bachsteinhaus züngeln die Flammen aus den Fenstern, die Feuer im zweistöckigen Haus sind bereit und auf Temperatur.

Von der Decke her bekämpfen

Die erste Übung ist die Türöffnung. Ein Trupp aus zwei Mann erhält eine Schlauchleitung. Sobald die Tür von einer Person geöffnet worden ist, muss die andere Person die Rauchgase und Hitze an der Decke mit dem Strahlrohr besprühen. Aufgrund der grossen Hitze verdampft das Wasser unverzüglich und heisser Dampf entsteht. Jetzt gilt es, die Köpfe geduckt zu halten.

Die zweite Übung betrifft das Vorrücken bis zu den Flammen. Das Feuer wird ausgehend von der Decke bis zum Boden bekämpft, mit dem Ziel, die Flammen niederzuschlagen. Allzu lange darf nicht Wasser abgegeben werden im Raum, die Hitze mit Dampf ist erdrückend. Wer zu lange Wasser abgibt und danach nicht rasch in Deckung geht oder wer den Kopf zu weit oben hält, kriegt schnell sehr warme Ohren.

Temperaturen bis 1000 Grad

Zwei Mann kümmern sich um die verschiedenen Brandherde und feuern diese mit Holzpaletten und Strohballen tüchtig ein – wahrlich ein Knochenjob! Die Feuer lodern, und mit der Wärmebildkamera ist rasch ersichtlich, wie die Temperatur bis auf tausend Grad ansteigt. Wer die Hitze durch die Brandschutzkleider auf der Haut spürt, muss schnell reagieren und sich Richtung Ausgang bewegen. Sobald die Wärme durch die Kleider spürbar ist, der Sprung ins Kühle draussen gelungen ist, zeigt sich die Wärme erst nach zehn Sekunden im vollen Ausmass.

Im Brandhaus werden verschiedene Brandherde bekämpft. Auch ein Kellerbrand wird simuliert. Die Hitze, welche durch das Treppenhaus aufsteigt, ist enorm und es muss schnell vorgerückt werden. Im Keller angekommen, muss der Brandherd ausgemacht und bekämpft werden.

Ein Knochenjob

Der Rauch, die äussere Hitze und die innere Hitze im Brandschutz machen den Teilnehmern zu schaffen. Nach jedem Durchgang wird die Brandschutzausrüstung ausgezogen, und die Teilnehmer werden durch zwei Feuerwehrfrauen der Sanität versorgt und überwacht.

Nach etlichen Durchgängen werden die Atemschutzgeräte wieder verstaut, alle Brandschutzkleider und die zuvor weissen Helme, welche nun schwarz wie Pech sind, ausgezogen.

Die schweissüberzogenen und leicht roten Köpfe zeigen die Anstrengung deutlich. Jeder Teilnehmer entscheidet selbstständig, zu welchem Zeitpunkt für ihn Schluss ist. Einige haben schon vor dem letzten Durchgang entschieden, sich zurückzuziehen, denn dieser Einsatz ist äusserst anstrengend, auch wenn ein Einsatz in der Regel nur fünf bis zehn Minuten dauert.

Sobald alles in unserem Verkehrsfahrzeug verladen ist, geht es von Eiken wieder nach Hause in Richtung Bergdietikon. Erfahrungen werden noch ausgetauscht, bis die grosse Stille einsetzt und die meisten im Bareggtunnel die Augen kurz schliessen. Im Depot wird alles ausgeladen und für unseren Materialwart bereitgelegt. Ihm, Roli Belser, ist es zu verdanken, dass die Mannschaft nicht mehr alle Schläuche und das ganze Material säubern muss. Diese Arbeit überlassen wir Roli für Montag – vielen herzlichen Dank!

Zufrieden und etwas erschöpft teilt sich die Gruppe auf und geht nach Hause zur wohlverdienten Dusche.



Brandhaus in Eiken

Das Brandhaus gehört zum kantonalen Zivilschutzausbildungszentrum in Eiken und ist bei den Feuerwehren sehr beliebt. Hier ist es möglich, Atemschutzeinsätze unter realen Bedingungen und bester Kontrolle zu beüben. Die Sicherheit für die teilnehmenden Feuerwehrleute wird dabei immer grossgeschrieben.

Ein Einsatz mit Rauch, bei dem man auch die Hitze des Feuers zu spüren bekommt, ist ein wichtiges Ausbildungselement einer Atemschutztruppe der Feuerwehr.

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