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7. September 2017

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Der Fnfliber bleibt im Portemonnaie

Seit zwei Wochen hat die Pilzkontrollstelle an der in Dietikon geffnet. Wer dort bereits Pilze prfen liess, durfte seinen Fnfliber im Sack lassen. Die letztjhrig im Rahmen von Sparmassnahmen fr die Pilzkontrolle erhobenen Gebhren sind fr das Jahr 2017 ausgesetzt worden. Dies teilt die Stadt Dietikon auf Anfrage mit. Die fnf Franken entfallen nun fr Pilzsammler aus Dietikon sowie fr jene aus den angeschlossenen Gemeinden Geroldswil und Oetwil und den Aargauer Gemeinden Bergdietikon und Rudolfstetten-Friedlisberg. Auch Auswrtige werden dieses Jahr nicht zur Kasse gebeten. In vergangenen Jahren mussten sie in Dietikon zehn Franken zahlen, wenn sie herausfinden wollten, ob ihre Pilze geniessbar oder giftig sind.

Die Gebhrenpflicht war nicht unumstritten und sorgte bei Pilzlern fr rger. Die Dietiker Gemeindertin Catalina Wolf-Miranda (Grne) reichte diesen Februar eine Interpellation ein, in der sie den Stadtrat auffordert, Stellung zur Kontroll-Gebhr zu nehmen.

Pilzkontrolleure sind rar gest

Die Grnde fr das vorbergehende Ende der Gebhrenpflicht liegen laut der Stadt Dietikon aber ganz woanders. Im vergangenen Mrz traten Dietikons Pilzkontrolleure, das Ehepaar Verena und Guglielmo Martinelli, nach 35 Jahren in den Ruhestand. Folglich musste die Stadt fr das Jahr 2017 eine Interimslsung finden. «Pilzkontrolleure, noch dazu aus der Umgebung, sind ein rares Gut», sagt Bruno Rabe, Leiter des Amts fr Umwelt und Gesundheit der Stadt Dietikon. Ein Anschluss an die Pilzkontrollstellen von Schlieren oder Urdorf, wo der Service seit je kostenlos ist, stand zur Debatte. Der Dietiker Stadtrat entschied daraufhin, die Gebhrenpflicht auszusetzen, bis 2018 eine definitive Lsung gefunden sei.

Fr die diesjhrige Saison konnten fr Dietikon schliesslich drei interimistische Pilzkontrolleure verpflichtet werden. Alle stellte der Pilzverein Schlieren. Diese Lsung fr Dietikon sei auch in ihrem Interesse, sagt Andreas Preuss, Leiter der technischen Kommission des Schlieremer Pilzvereins und neuer Pilzkontrolleur in Dietikon. «Wrde die Dietiker Pilzkontrollstelle dieses Jahr geschlossen, wren die nchstliegenden Kontrollstellen bei hohem Pilzaufkommen berlastet.» Aufgrund ihrer Verpflichtungen in anderen Gemeinden wrden sich die Kontrolleure abwechseln. Daneben wird die Pilzkontrolle in Dietikon dieses Jahr nur mittwochs und sonntags durchgefhrt. Zuvor umfasste der Service auch den Samstag.

Umstrittene Gebhrenpflicht

«Ab 2018 will die Stadt zwei bis drei eidgenssisch diplomierte Pilzkontrolleure unbefristet beschftigen», sagt Rabe weiter. Die Suche laufe bereits. Im Rahmen dieser zuknftigen personellen Umgestaltung der Pilzkontrolle werde der Stadtrat die Kontrollgebhr grundstzlich berprfen. Nach dem 1. Mai 2016 stand Dietikon als einzige Gemeinde im Kanton Zrich da, die eine solche Gebhr fr das Prfen von Pilzen erhob. Dies geschah im Rahmen der Erarbeitung von Sparmassnahmen im Bereich der Lebensmittelkontrolle. 1000 Franken sollten durch die Pilzsammler jhrlich zusammenkommen, 2016 waren es gerade mal 270 Franken. Es sei eben «ein schlechtes Pilzjahr» gewesen, meint Rabe. Im Jahr 2016 wurden in Dietikon 216 Kilogramm Pilze bei 54 Kontrollen geprft – eine Ernte, die weit unter jener des Vorjahres (535 Kilogramm bei 113 Kontrollen) liegt. Markante Auswirkungen habe dies jedoch nicht, so Rabe. «Wir wollten ja keine Kostendeckung erreichen, sondern die Unterdeckungen in diesem Bereich minimieren.»

Andreas Wolf, Prsident des Pilzvereins Dietikon und Umgebung, findet, Kontroll-Gebhren seien generell kontraproduktiv: «Wer wchentlich sammelt, fr den geht das schn ins Geld. Es besteht die Gefahr, dass manche sich die Gebhr sparen wollen und sich dadurch gefhrden.» Gerade im Jahr 2016, einem «ungewhnlichen Pilzjahr», sei die Kontrolle ntig gewesen. «Die hufigen Pilzarten sprossen seltener, dafr fand man vermehrt rare Arten», beobachtete Wolf. In jedem Fall sei unbedingt ein fachkundiges Auge gefragt. Dass Dietiker vor anfallenden Gebhren ber die Gemeindegrenzen flchteten, konnten die Pilzkontrollstellen in Urdorf und in Schlieren aber nicht feststellen.

Limmattaler Zeitung vom 6. September 2017 (Fabienne Eisenring)

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