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28. Juli 2022

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«Modern Talking hört man bei uns nicht»

Im 80er-Jahre-Fieber: Astrid und Pete Greub aus Bergdietikon haben sich dem Jahrzehnt, in dem sie ihre Jugend verbrachten, verschrieben. Damit die Gäste ihrer Partyreihe auch zu Hause etwas zu hören haben, betreibt Pete Greub das Internetradio «80s Forever Radio».

«We keep the 80s alive», klingt es mit britischem Akzent aus den Lautsprechern. Dann ertönt das nächste Lied. «Es sind 15’500 Titel abgespeichert. Bis alle einmal gespielt sind, dauert es 40 Tage», sagt Pete Greub. Der DJ und Musikberater steht mit seiner Frau Astrid im hauseigenen Radiostudio in seinem Zuhause in Bergdietikon. Hier betreibt er seit zehn Jahren das Internetradio 80s Forever Radio. «Ich habe es für unsere Hardcore-Fans als Ergänzung zu unseren gleichnamigen Partys ins Leben gerufen. Ich spiele vor allem unbekannte und seltene Songperlen. Es gibt so viel gute Musik aus den 80ern. So haben unsere Gäste auch etwas zu hören, wenn sie nicht im Club am Tanzen sind», sagt Greub und grinst. Mittlerweile führen sich die Radiomusik aber nicht nur Personen aus der Schweiz, sondern auf dem ganzen Erdball zu Gemüte. Am Samstag steigt im Zürcher Papiersaal die nächste Party.

Seit 15 Jahren entführen Sie mit Ihrer Partyreihe «80s Forever» die Gäste jeden ersten Samstag im Monat in vergangene Zeiten. Haben die Leute die Musik nicht langsam satt?
Pete Greub: Vor zehn Jahren habe ich mich schon gefragt, wie lange unsere Party wohl Gefallen finden wird. Irgendwann muss das Interesse ja mal zurückgehen. Doch das ist bisher nicht der Fall, wir sind mit 400 bis 500 Besucherinnen und Besuchern fast immer ausverkauft. Ich schätze, dass unsere Party mit den Gästen altert.
Astrid Greub: Unser Erfolg hat sicher auch damit zu tun, dass wir nicht nur die Musik spielen, sondern auch die zugehörigen originalen Videoclips zeigen. Pete hat 3500 Videos extra neu in CD-Qualität synchronisiert. Und solange unsere Gäste Freude daran haben und die Lokale, in denen wir die Partys veranstalten, unser Konzept weiterhin unterstützen, werden wir bestimmt weitermachen.

Warum sind Sie beide so angefressen von der Musik der 80er-Jahre?
Pete Greub: Das ist die Musik meiner Jugend. Mich fasziniert die damals herrschende Aufbruchstimmung. Es wurde viel experimentiert, und neue Stile wie New Wave, Synthiepop und Hip-Hop entstanden. Die Musik aus den 80er-Jahren vermag Emotionen besser zu transportieren als die derzeitige Musik. Heute gibt es überdies eine so grosse Auswahl, dass man gar nicht weiss, wo man anfangen soll. Damals wurde die Musik in kleinem Rahmen gelebt. Heute fehlt mir der Fokus auf den Zeitgeist. Meinem 15 Jahre alten Sohn spielt es keine Rolle, aus welchem Jahrzehnt die Musik stammt, die er hört. In 20 Jahren werden sich wohl die wenigsten an Künstler oder Gruppen erinnern, die heute aktuell sind.
Astrid Greub: Ich glaube, dass für uns die Bands und der dazugehörige Kleiderstil eine wichtige Rolle gespielt haben. Wir haben die Musik anders zelebriert, es war fast wie eine Religion. Dies auch, weil wir uns bemühen mussten, um an die Lieder ranzukommen. Man musste die CDs oder Platten bestellen und darauf warten. Heute ist alles verfügbar, man kann alles runterladen.

Ihr Musikgeschmack hat Sie auch zusammengeführt.
Astrid Greub: Das ist so. Ich habe oft Partys besucht, an denen Pete auflegte, und er wiederum war auch einmal an einer Party, die ich mit einem DJ-Team organisierte. So lernten wir uns kennen und lieben. Musik macht einen grossen Teil unseres Lebens aus. Ich glaube, unsere Beziehung würde nicht funktionieren, wenn wir diese gemeinsame Freude nicht teilen würden.

Wie kamen Sie 2007 dazu, Ihre eigene Party zu schmeissen?
Pete Greub: Ich habe vor der Gründung von «80s Forever» im Eventlokal X-Tra als 80erJahre-DJ aufgelegt. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr darauf und mir kam die Idee, dass wir beide selbst etwas auf die Beine stellen könnten.
Astrid Greub: Uns hat es gestört, dass an 80er-Jahre-Partys immer die gleichen, billigen und trashigen Lieder liefen. Alles Songs, an die wir uns nicht erinnern wollten. Es gab damals nämlich auch schlechte Musik, man muss nicht alles glorifizieren. Modern Talking oder Samantha Fox hört man an unseren Partys zum Beispiel nicht. Schade ist, dass viele mit den 80ern Bad Taste verbinden.
Pete Greub: Die 80er werden als kunterbuntes Jahrzehnt abgestempelt, in dem alle wie Papageien rumgelaufen sein sollen. Das stimmt nicht. Ich persönlich habe es mit Punk, New Wave und Rock eher schwarz erlebt. Uns war und ist es ein Anliegen, unseren Besuchern ein gewisses Niveau zu bieten und sie zu fordern. Dazu gehört eben auch, nicht immer nur die 30 gleichen Lieder in einer Nacht zu spielen. Zudem lassen wir jeweils das ganze Lied laufen und wechseln nicht schon nach zehn oder 30 Sekunden.

Was hört man garantiert an Ihren Partys?
Pete Greub: Nie fehlen darf Depeche Mode. Ein oder zwei Stücke der Gruppe spielen wir pro Event immer. Das hat aber auch damit zu tun, dass sie so viele gute Lieder hervorgebracht hat. Billy Idol ist an unseren Partys ebenfalls beliebt. Gewünscht wird zudem jedes Mal «Take On Me» von AHA. Wenn wir das spielen, singt der ganze Club mit.

Und wer singt denn da alles mit? Sind das nur Leute, welche die 80er auch tatsächlich erlebt haben?
Pete Greub: Unser Stammpublikum ist 35, 40 und älter. Viele erinnern sich an unseren Partys an ihre Jugend und schwelgen in der Vergangenheit. Es gibt aber auch jüngere Besucherinnen und Besucher, welche die Musik von ihren Eltern kennen oder einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen.
Astrid Greub: Wir haben ein super Publikum, das eine gute Zeit verbringen und Spass haben will. Sobald die Party startet, beginnen die ersten Gäste bereits zu tanzen. Da schaut man nicht zuerst, was läuft, sondern legt los. Das finden wir schön. Die Leute kommen zum Tanzen und gehen um 4 Uhr nach Hause und sind happy.

Die Gäste müssen sich gefreut haben, dass die Party nach der Coronapause wieder starten konnte.
Astrid Greub: Ja, viele Stammgäste haben unsere Partys in der Pandemie vermisst. Sie waren im Homeoffice und kamen gar nicht mehr raus. Wenn die Restriktionen und Bestimmungen nicht zu abstrus waren, haben wir unsere Partys möglich gemacht, auch wenn sie sich finanziell nicht auszahlten. Viele Gäste zeigten sich dankbar. Wir haben noch nie so viel positives Feedback erhalten wie in der Coronazeit. So hatte die Pandemie für uns wenigstens etwas Schönes.

Die Netflix-Serie «Stranger Things» hievt Stücke von 80er-Jahre-Star Kate Bush wieder in die Charts und die Lieder des kanadischen Sängers The Weeknd sind eine Hommage an den Synthiepop der 80er. Ein guter Trend?
Pete Greub: Ja, der Sound war gut. Warum soll man ihn nicht wieder hervorholen und etwas Neues daraus machen? «Blinding Lights» von The Weeknd erinnert mich stark an «Take On Me» von AHA. Lustigerweise haben Bands wie Depeche Mode, die damals auf Synthiepop gesetzt haben, sich heute musikalisch ganz anders orientiert. Ich merke, dass viele Leute, welche die 80er-Jahre nicht miterlebt haben, die Musik dieser Zeit cool finden. Solche Wellenbewegungen in der Musik gibt es immer. Ich weiss noch, dass es in den 80er-Jahren ein grosses 60er-Jahre-Revival gab. Für uns ist es ein Glück, dass die 80er-Jahre interessant bleiben.

Am Samstag steht im Papiersaal in Zürich die nächste «80s Forever»-Party an. Auch im Bourbaki in Luzern und in der Kulturfabrik in Lyss sind Sie dieses Jahr noch zu Gast. Wann steigt die Party im Limmattal?
Astrid Greub: Im Limmattal eine Eventlocation zu finden, steht ganz oben auf unserer Wunschliste, vor allem für mich, da ich in der Fahrweid aufgewachsen und mit dem Limmattal stark verbunden bin. Wir könnten es uns sehr gut vorstellen, unsere «80s Forever»-Party zum Beispiel in der Stadthalle in Dietikon durchzuführen.
Pete Greub: Das wäre jedoch eine grössere Geschichte. Die Halle ist leer, wir müssten die Dekoration, die Bar und Möblierung neben der Musik ebenso organisieren. Solange wir noch nicht mit Sicherheit sagen können, dass das Coronavirus uns ganz in Ruhe lässt, warten wir noch ein bisschen mit diesem Projekt.

Das «80s Forever»-SummerSpecial

Die Party startet am Samstag, 30. Juli, um 22 Uhr im Papiersaal in Zürich. Der Eintritt beträgt 20 Franken. Mehr Informationen zur Party und zum Radio gib es auf www.80sforever.ch.


Limmattaler Zeitung vom 28. Juli 2022 (Interview: Sibylle Egloff, Bild: Severin Bigler)

Musik brachte sie zusammen

Astrid Greub ist in der Fahrweid aufgewachsen und absolvierte eine Ausbildung zur Betriebsassistentin bei der Post. Sie liess sich zur Webpublisherin umschulen und machte einen Informatikfachausweis. Aktuell arbeitet sie als Onlinemanagerin für den Zeitschriftenverlag Medienart AG. Pete Greub verbrachte seine Kindheit und Jugend in Zollikon. Er ist gelernter Kaufmann und absolvierte eine Zweitausbildung als Tontechniker. Seit 30 Jahren ist er für das Schweizer Radio und Fernsehen tätig. Er wirkt dort als Musikberater und sucht unter anderem für Dokumentarfilme und «10 vor 10»-Beiträge die passende Hintergrundmusik aus. Die Greubs lernten sich an ihren eigenen Musikpartys kennen und lieben. Seit 15 Jahren wohnt das Paar in Bergdietikon. Die beiden haben einen 15 Jahre alten Sohn und eine 10 Jahre alte Tochter. (sib)

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