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4. September 2020

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Dengeln mit dem «Sensenmann»

An einem Samstag Mitte Juni war es wieder so weit: Der Sensenmähkurs, organisiert vom Verein Freunde alter Landmaschinen Region Aargau, konnte in Kölliken stattfinden. Dieser Kurs wurde in diesem Jahr schon zum 11. Mal durchgeführt. Immer dabei: der Sensenfachmann Hansjörg von Känel.

Zu Beginn erfolgte eine kurze Einführung, in der der Sensenfachmann die Theorie vermittelte, beginnend mit dem Vorstellen des Werkzeugs, der korrekten Handhabung («Die Sense wird nie angehoben, NIE! Wir sind schliesslich nicht beim Coiffeur, wo es einen Stufenschnitt geben soll.»), Grundeinstellung (Länge des Worbs und Anstellwinkel) über das Wetzen, die Pflege bis zur Sicherheit und Unfallverhütung.

Das A und O ist das Schärfen

Nach diesem Einstieg konnte es endlich losgehen, die Sensen wurden verteilt und die Kursteilnehmer konnten beginnen, die erste Wiese zu mähen. Mit den wie immer gut vorbereiteten Sensen ging die Arbeit flott von der Hand. Die scharfen Sensen schnitten durch das hohe Gras wie ein warmes Messer durch die Butter.

Das A und O beim Mähen mit der Sense ist das Schärfen des Werkzeugs. Während des Mähens wird die Sense regelmässig mit einem Wetzstein, den die Mäherin in einem mit Wasser gefüllten Wetzsteinhalter bei sich trägt, gewetzt. Hierbei wird der nasse Wetzstein über das Sensenblatt gezogen. Nach ca. 20–25 Stunden Arbeit muss die Sense jedoch gedengelt werden. Hierbei wird durch gezielte Schläge das Sensenblatt in einem schmalen Streifen entlang der Schneidkante ausgezogen und verdünnt und somit geschärft. Diese dünne Schneide wird durch die Mäharbeit und das regelmässig erforderliche Wetzen im Laufe der Zeit wieder abgetragen. Zum Dengeln werden zumeist Dengelhammer und Dengelamboss verwendet.

Klopfen und hämmern

Mit grosser Geduld zeigte Hansjörg von Känel im zweiten Teil des Kurses den Teilnehmern die Tricks und Kniffe, wo genau der Hammer auf das Sensenblatt geschlagen werden muss, um die Schnittkante zu schärfen und nicht nur das Blatt dünnzuklopfen. So wurde das Dorfzentrum von Kölliken durch das regelmässige Klopfen der Hämmer beschallt, was auch einige interessierte Zuschauer anlockte, die gerade von ihren Wochenendeinkäufen kamen.

Auf den ersten Blick scheint das Mähen mit der Sense aufwendig zu sein. Mit der einmal richtig eingestellten und geschärften Sense gibt es jedoch einige Vorteile:
  • Eine Sense ist kostengünstiger anzuschaffen als ein Balkenmäher oder eine Motorsense.
  • Es gibt beim Mähen keine Geräuschemissionen.
  • Abgase werden vermieden.
  • Das Mähen in Hanglagen wird erleichtert.
  • Eine Sense ist leichter als ein Elektro-Mäher.
  • Auch hohes Gras kann mit der Sense geschnitten werden.
  • Der Mähvorgang ist schonender für Tiere und Insekten.
  • Das Arbeiten mit der Sense ist gleichzeitig ein Workout.

Die Naturschutzgruppe prüft zusammen mit dem NV Urdorf die Durchführung eines eigenen Kurses im kommenden Jahr. Es lohnt sich, regelmässig auf www.naturschutzgruppe-bergdietikon.ch vorbeizuschauen.



Bericht: Naturschutzgruppe Bergdietikon

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