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10. Januar 2020

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Winterlicher Beerenschmuck im Hausgarten

Die Tage werden wieder kürzer und die Sonne zeigt sich nicht mehr so fleissig. Auch die schönen Herbstfarben sind passé und die Kontraste im Garten schwinden. Zugegeben, wenn der Winter Einzug hält und die meisten Pflanzen in unseren Gärten das Laub verlieren, kann es im Garten schon ein wenig trist wirken. Um dem entgegenzuwirken, haben wir eine kleine Auswahl an winterblühenden Gehölzen (siehe Bergdietker Ziitig 1/2013) zusammengestellt, mit denen Sie auch in der kalten Jahreszeit etwas Farbe in Ihren Garten bringen können. Es gibt dazu aber auch eine spannende Alternative oder Ergänzung: Beeren tragende Gehölze, mit denen wir im Winter prächtige Farbtupfer im Aussenraum schaffen können.

Nahrungsquellen für Vögel

Kürzlich habe ich in der Ziitig über Obst und Beeren im Naschgarten berichtet. Viele fruchttragenden Gehölze sind aber nicht nur für uns Menschen eine leckere Abwechslung, sie versorgen zudem unsere Vögel im Herbst und im Winter mit wichtigem, natürlichem Futter. Äusserst beliebt sind die roten, orangeroten und gelben Früchte des Feuerdorns (Pyracantha coccinea). Mit seinen langen Dornen bietet das Gehölz den Vögeln zudem eine schützende Unterkunft, so dass sie darin ungestört brüten können. Ebenso wehrhaft sind die Berberitzen mit ihren sehr dicht sitzenden, spitzen Dornen. Bei den Vögeln sind die Früchte der heimischen Berberitze (Berberis vulgaris) daher beliebt. Trotzdem bleibt ihnen der Fruchtschmuck recht lange erhalten. Da die Beeren sehr sauer sind, werden sie erst recht spät im Winter von den Vögeln angenommen. In diese Kategorie fällt auch die Hagebutte. Sie ist zwar eine Vitamin-C-Bombe und wäre sehr gesund für die Vögel, jedoch haben diese es da scheinbar gleich wie wir Menschen: Je gesünder es ist, desto weniger mögen sie es. Auch aus diesem Grund werden dann die Hagebutten erst gegen Ende des Winters von den Vögeln verzehrt, wenn überhaupt.

Bei meinen Nachforschungen hat eine Beerenart in der Beliebtheitsskala auf dem Speiseplan der Vögel besonders herausgestochen: die Schlehe, auch Schwarzdorn genannt. Schlehen halten aus diesem Grund selten bis in den Frühling hinein. Wie lange die Früchte den Garten zieren, hängt vor allem vom Appetit der Vögel ab. Je umfangreicher das alternative Nahrungsangebot in der näheren Umgebung ist, desto grösser wird die Chance, dass die Beeren sogar bis zum Frühjahr hängen bleiben. Doch auch das Klima spielt eine Rolle: In Wintern mit häufigen Wechseln zwischen Frost und Tauwetter zerfallen die Früchte schneller und müssen sich letztendlich doch vom Lauf der Jahreszeiten geschlagen geben. Die Wartezeit aufs nächste Frühjahr haben die unkomplizierten Beerenträger dennoch verkürzt.

Via Darm in neue Gefilde

Pflanzen bilden aus ihren durch Insekten oder Wind bestäubten Blüten Beeren zur Fortpflanzung und Weiterverbreitung. Die Beeren sind von der Natur bewusst auffällig gefärbt. Nicht um uns Menschen eine Freude zu bereiten, sondern um mit ihren kräftigen Farben Tiere anzulocken, welche die Beeren mit ihren darin enthaltenen Samen oder Kernen verzehren und später inklusive «Dünger» an einem anderen Ort wieder ausscheiden. Nicht verzehrte Beeren können im Frühjahr auch einfach auf den Boden fallen und sich so weiter vermehren. Problematisch wird die Verbreitung durch Beeren bei invasiven Neophyten wie Kirschlorbeer, wenn diese dann durch die Verbreitung durch Vögel unkontrolliert in unsere Wälder gelangen.

Effektvoller Beerenschmuck

Gerne stelle ich Ihnen ein paar Pflanzen mit besonderem Beerenschmuck vor:
  • Bei den Stechpalmen (Ilex, siehe Foto) tragen nur die weiblichen Sorten Beeren, allerdings nur, wenn es im näheren Umkreis auch männliche Exemplare gibt. Eine der wenigen Ausnahmen ist die holländische Züchtung «J. C. van Tol», der Zwitter benötigt für den leuchtend roten Beerenschmuck keinen Bestäubungspartner. In England und in Nordamerika gilt der Ilex als unverzichtbarer Weihnachtsschmuck.
  • Die roten Beeren des einheimischen Vogelbeerbaums (Sorbus aucuparia) werden sehr gern von Vögeln verspeist. Im Herbst verfärbt sich das Laub leuchtend gelb bis rot und gilt schon da als richtiger Hingucker. Vogelbeerbäume, auch Ebereschen genannt, sind sehr bodentolerant und ertragen sogar Staunässe.
  • Der einheimische Schneeball (Viburnum opulus) ist ein sommergrüner Grossstrauch, der im Hebst mit leuchtend roten Beeren aufwartet. Die bis 1 cm dicken, leuchtenden Früchte bleiben oft den ganzen Winter hindurch am Strauch hängen.
  • Die grüne Heckenberberitze (Berberis thunbergii) bildet im Herbst korallenrote Früchte. Da die Beeren recht sauer sind, werden sie erst zum Ende des Winters hin von Vögeln verspeist. Das dichte Holz bietet zudem Vögeln und Kleintieren idealen Unterschlupf. Je nach Sorte zeigt Berberis thunbergii eine wunderschöne scharlachrote bis orangegelbe Herbstfärbung.
  • Am einheimischen Weissdorn (Crataegus laevigata) reifen Ende August, Anfang September die dunkelroten Früchte heran, die in milden Wintern bis zum Frühling hängen bleiben, wenn sie nicht schon vorher von Amseln, Drosseln und Krähen verspeist werden.
  • Leider nicht einheimisch, aber einer meiner Favoriten ist die Schönfrucht (Callicarpa bodinieri): Bis in den September scheint der Strauch eher unscheinbar. Doch wenn sich die Früchte entwickeln, so zeigt die Schönfrucht – auch Liebesperlenstrauch genannt – seine prächtigste Seite: Violett glänzende Kügelchen leuchten aus dem Blattgrün. Eine einmalige Farbe in der Pflanzenwelt, die beinahe wie aufgemalt wirkt! Die Früchte halten bis Weihnachten am Strauch und sind auch an abgeschnittenen Zweigen in der Vase lange dekorativ. Für eine reichlichere Bestäubung empfiehlt es sich, mehrere Sträucher zusammen zu pflanzen (Kreuzbestäubung).

Wer weiss, vielleicht finden Sie über den Winter etwas Zeit, um die Pflanzplanung für die kommende Pflanzsaison in Angriff zu nehmen. Im Fachbetrieb oder vom Gärtner Ihres Vertrauens werden Sie bestens beraten.

Stefan Häusermann
Eidg. dipl. Gärtnermeister


Bild: Adobe Stock

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