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15. Mai 2017

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Die gelungene Gratwanderung am Egelsee

Man kann sich das kleine Mädchen vorstellen, wie es mit seiner Bergdietiker Kindergartengruppe hochstapft über die Wiesen und durch den Wald, um dem Natur-Juwel der Gemeinde mal wieder einen Besuch abzustatten. Oft war sie als Kind oben am Egelsee. 15 Jahre später näherte sich Giulia Milesi als junge Frau dem Ausflugsziel ihrer Kindheit noch einmal auf eine ganz andere Weise. Dieses Mal ging es nicht darum, im See zu schwimmen oder an dessen Ufer zu bräteln, sondern eine wissenschaftliche Arbeit über ihn zu verfassen. Die 21-Jährige, die mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Bergdietikon wohnt, studiert an der Universität Zürich Wirtschaft mit Nebenfach Umweltwissenschaften. Im Rahmen des Fachs Environmental History galt es, eine Semesterarbeit zu verfassen. Thema: «Naturschutzgebiet Egelsee. Veränderungen über die Zeit – oder wie er den Veränderungen standhalten konnte».

Schutz durch Polizei-Aufseher

«Meine wichtigsten Quellen waren einige ältere Bergdietiker, die mir in mehreren Gesprächen viel Wissenswertes zugänglich gemacht haben», meint Giulia Milesi. Vor allem die Naturschutzgruppe Bergdietikon sei eine unschätzbare Ideengeberin gewesen, allen voran Anita und Werner Weibel. Diese beiden haben mich perfekt an das Thema herangeführt und mir viele schriftliche Quellen zur Verfügung gestellt.» Aber auch die alteingesessenen Bergdietiker Lotti und Werner Locher, Arnold Eichenberger, Mike Grendelmeier und Urs Spörri stellten sich für Interviews zur Verfügung. Milesi: «Alle waren sehr herzlich und offen zu mir, haben sich ganze Nachmittage mit mir unterhalten und mich mit Kaffee und Kuchen verwöhnt.» Nebenbei versorgten sie die Studentin, die das kommende Semester an der Hochschule im niederländischen Groningen verbringt, mit Zeitungsausschnitten, Chroniken, alten Postkarten, jahrzehntealten früheren Studienarbeiten und sogar Tagebüchern. Ausserdem machten sie sie auf weitere Buchquellen wie das «Archiv des Gotteshauses Wettingen» aufmerksam. Auch der zufälligerweise zur Zeit ihrer Recherchearbeit stattfindenden Ausstellung im Bergdietiker Ortsmuseum «Von Wegen, Strassen und Häusern» konnte Milesi Informationen für ihre Arbeit entnehmen. Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts führten nämlich wichtige Kirchenwege am See vorbei. Wie wertvoll der idyllisch gelegene kalte Moorsee ist, hätten schon die Mönche des Klosters Wettingen erkannt, wie eine Quelle aus dem Jahr 1311 belegt. Bis der See schliesslich 1983 von der Gemeindeversammlung Bergdietikon und vom Grossen Rat unter Naturschutz gestellt wurde, vergingen allerdings noch einige Jahrhunderte. Angestossen wurde das, weil vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der See immer mehr an Beliebtheit bei der Bevölkerung gewann und nicht nur in der Region Mutschellen und im Limmattal als beliebtes Naherholungsgebiet geschätzt wird.

«Man hat sehr weitsichtig erkannt, dass der Run auf den See eine Gefahr für ihn darstellt, und suchte nach Wegen zu seinem Schutz», so Milesi. In ihrer Arbeit spricht sie von der «Gefahr der Übernutzung». In dieser Zeit wurde auch eine sogenannte Egelsee-Aufsichts-Person ernannt, welche mehrmals wöchentlich das ganze Jahr hinweg nach dem Rechten sieht und einen Jahresbericht erstellt. Das Amt des Polizei-Aufsehers Egelsee wird heute vom Bergdietiker Jagdaufseher Rudolf Vogel versehen.

Paradebeispiel für Symbiose «Die Gratwanderung, die nötig ist, um einerseits den See und die ihn umgebende Natur mit vielen seltenen Pflanzen und Tieren bestmöglich zu schützen und andererseits den erholungssuchenden Menschen das Idyll zugänglich zu machen, finde ich besonders spannend», meint Milesi. Diese Gratwanderung sei im Naturschutzgebiet Egelsee in ihren Augen sehr gut gelungen. Zurecht seien die Bergdietiker sehr stolz auf ihren See. «Auch ich habe durch meine Arbeit den See neu und intensiver schätzen gelernt», bekräftigt sie. Und zieht in ihrer Arbeit das Fazit: «Der Egelsee kann in meinen Augen als Paradebeispiel für die Symbiose von Mensch und Natur angesehen werden.» Man dürfe aber nie vergessen, dass es weiterhin einen gewissen Effort braucht, um die genannte Gratwanderung sowie die unvermeidlichen Auswirkungen durch die Klimaveränderung zu bewältigen. Milesis ganz persönlicher Effort in Sachen Egelsee hat schon ordentlich Früchte getragen: Ihre Arbeit wurde mit der Note 6 bewertet.

Limmattaler Zeitung vom 11. Mai 2017 (Gabriele Heigl, Bild: Sandra Ardizzone)

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